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Ich dachte erst: Oh nein. Nicht schon wieder Human Design.

Aktualisiert: 25. Mai

Manchmal beginnt eine Zusammenarbeit nicht mit einem Plan.


Nicht mit einer Strategie.

Nicht mit einem sauber vorbereiteten Konzept.

Nicht mit einem „Wir sollten mal gemeinsam etwas machen“.


Manchmal beginnt sie mit einem inneren Widerstand.


So war es bei Kerstin und mir.


Pia Klausnitzer und Kerstin Heuermann im Gespräch für ihren Podcast „Ein Schwätzchen an der Klöntür“ über Coworking, Business-Klarheit und Zusammenarbeit

Wir kannten uns zuerst nur aus Zoom-Kacheln. Wir waren im gleichen Mentoringprogramm, hatten uns dort immer wieder gesehen, aber richtig begegnet waren wir uns nicht.


Ich war in diesen Calls wohl ziemlich präsent. Mir selbst war das gar nicht so bewusst. Aber als wir uns später bei einem Retreat-Wochenende in Düsseldorf trafen, sagten mehrere Menschen zu mir:


„Dich kenne ich. Du bist doch immer in den Zoom-Kacheln.“


Eine sagte sogar:


„Wenn Pia in der Kachel erscheint, ist die Welt in Ordnung.“


Ich musste darüber sehr schmunzeln.


Richtig persönlich begegnet sind Kerstin und ich uns dann bei diesem Retreat-Wochenende im September 2025 in Düsseldorf.


Und mein erster Eindruck?


Ganz ehrlich?


Ich saß beim Essen mit am Tisch und bekam nur mit einem Ohr mit, dass Kerstin über Human Design sprach.


Ich habe gar nicht wirklich gehört, was sie sagte.


Ich hörte nur: Human Design.


Und in mir ging direkt etwas zu.


Oh nein. Nicht schon wieder.


Nicht schon wieder Human Design als Etikett.

Nicht schon wieder Typen, Linien und Profile als Erklärung für alles.

Nicht schon wieder dieses: „Du bist halt so.“


Und das dachte ich nicht, weil ich Human Design nicht kenne.

Im Gegenteil.


Ich bin selbst ausgebildete Human Design Coach. Ich habe sogar eine eigene Ausbildung dazu erstellt. Ich weiß, wie tief und hilfreich dieses System sein kann.


Aber ich weiß eben auch, wie schnell es flach wird.


Wie schnell aus Selbsterkenntnis eine Schublade wird.

Wie schnell Menschen sich hinter ihrem Chart verstecken.

Wie schnell aus „Versteh dich besser“ ein „So bin ich halt“ wird.


Und darauf hatte ich keine Lust.


Ich habe Kerstin an diesem Abend also gar nicht wirklich zugehört.


Nicht besonders offen.

Nicht besonders neugierig.

Eher mit diesem inneren Reflex:


Kenn ich.

Brauch ich nicht.

Bitte nicht schon wieder.


Und dann stand ich doch stundenlang mit ihr im Hotelfoyer


An diesem ersten Abend haben Kerstin und ich auch gar nicht wirklich viel miteinander gesprochen.


Das Entscheidende passierte erst am nächsten Tag, als das offizielle Programm längst vorbei war.


Viele waren schon weg. Eine kleine Gruppe stand noch im Foyer des Hotels. Eigentlich wollten wir uns nur verabschieden.


Und dann wurden aus „wir verabschieden uns noch kurz“ mehrere Stunden Gespräch.


Wir standen da im Hotelfoyer.

Redend. Sortierend. Lachend.

So, wie das manchmal passiert, wenn ein Gespräch noch nicht fertig ist, obwohl der Tag eigentlich fertig ist.


Dort haben Kerstin und ich das erste Mal wirklich miteinander gesprochen.


Und irgendwann ging es dann doch um Human Design.


Kerstin sagte etwas zu meinem Profil, zu meiner 3/5.


Kein Vortrag.

Keine Belehrung.

Kein „Ich erklär dir jetzt mal dein Chart“.


Nur ein Satz.


Aber der saß.


Da war plötzlich kein Schubladendenken.

Da war Präzision.


Sie benannte etwas, das ich vorher selbst nicht greifen konnte. Einen blinden Fleck. Einen Zusammenhang, der sofort etwas in mir sortiert hat.


Nicht kompliziert.

Nicht abgehoben.

Nicht als große Human-Design-Vorlesung.


Sondern als klarer Impuls.


Und genau da dachte ich:


Okay. Diese Frau benutzt Human Design nicht als Label.

Sie benutzt es als Werkzeug.


Und das ist ein Unterschied.


Das Coworking-Café war längst kein fertiges Konzept


Ein bis zwei Wochen vor diesem Retreat hatte ich mein Coworking-Café gestartet.


Nicht als riesiges fertiges Konzept.

Nicht als perfekt ausgearbeitete Community.

Sondern erstmal als Raum.


Montags gemeinsam arbeiten.

Jede an ihren eigenen Themen.

Aber nicht alleine.


Mit Fokus.

Mit Verbindlichkeit.

Mit einem klaren Rahmen.


Als ich später zu Kerstin sagte:


„Komm doch montags ins Coworking“


war für sie sofort klar: Das passt.


Denn Kerstin hatte selbst schon lange die Idee, mit einer Coworking-Community zu arbeiten. Sie wusste also sofort, worum es geht. Nicht nur theoretisch. Sondern aus diesem eigenen inneren Wissen heraus:


Alleine vor sich hinarbeiten ist etwas anderes, als in einem klaren Raum wirklich ins Tun zu kommen.


Und dann passierte genau das, was ich am Coworking-Café bis heute so liebe:


Sie kam montags dazu.

Sie arbeitete an ihrer Website.

Sie entwickelte ihr Miniprodukt.

Sie setzte Dinge um, die vorher im Kopf, auf Listen oder irgendwo zwischen Alltag und Anspruch festhingen.


Nicht, weil ich sie gepusht habe.

Nicht, weil es noch mehr Input gab.

Nicht, weil jemand Druck gemacht hat.


Sondern weil der Raum gehalten hat, was viele alleine nicht halten können:


Dranbleiben.


Und genau darum geht es im Coworking-Café bis heute.


Nicht noch mehr Wissen.

Nicht noch ein Kurs.

Nicht noch ein neues Konzept.


Sondern ein Montagmorgen, an dem aus Gedanken wieder Umsetzung wird.


Aus „lass uns einfach starten“ wurde der Content RITT


Im Coworking-Café gibt es neben dem gemeinsamen Arbeiten auch Community Specials.


Bei einem dieser Treffen ging es um Social Media.


Und sehr schnell war klar:


Viele Frauen haben keine Lust mehr auf das, was da draußen als Sichtbarkeit verkauft wird.


Noch mehr posten.

Noch mehr Hooks.

Noch mehr Formate.

Noch mehr „du musst nur sichtbar werden“.

Noch mehr Content, der am Ende aussieht wie von allen anderen auch.


Kerstin sagte irgendwann sinngemäß:


„Ich hätte Lust auf eine Challenge. Einfach gemeinsam loslegen. Drei Wochen posten. Nicht ewig planen.“


Ich war sofort dabei.


Und gleichzeitig ging bei mir natürlich direkt die Strukturmaschine an.


Ein Raum muss her.

Ein Ablauf.

Eine Vorbereitung.

Ein System.

E-Mails. Technik. Community-Struktur.


Ich dachte eher an vier bis fünf Wochen Vorbereitung.


Kerstin fragte:


„Was hältst du davon, wenn wir am Montag starten?“


Es war Donnerstag.


Und wir haben es gemacht.


Am Montag startete der Pilot vom Content RITT.


Zwölf Frauen waren dabei.


Eigentlich sollte es um Content gehen.


Aber ziemlich schnell wurde klar:


Es ging gar nicht um Content


Es ging um Klarheit.


Für den Content RITT entstand ein Custom GPT, der die Teilnehmerinnen bei ihren Content-Ideen unterstützen sollte.


Die Fragen waren eigentlich einfach:

Wer bist du?

Wofür stehst du?

Welches Problem löst du?

Was möchtest du sichtbar machen?

Was brauchst du eher: Longform oder Shortform?


Aber statt einfach nur nette Überschriften und fertige Post-Ideen auszuspucken, hat dieses Tool etwas anderes sichtbar gemacht:


Unklare Positionierungen.

Zu breite Zielgruppen.

Angebote, die schön klangen, aber nicht greifbar waren.

Schmerzpunkte, die weichgespült wurden.

Sätze, die niemandem weh tun sollten und deshalb auch niemanden wirklich erreichen.


Eine Teilnehmerin sagte sinngemäß:


„So kann ich das nicht schreiben. Das ist viel zu direkt.“


Dieser Satz ist bei uns hängen geblieben.


Weil plötzlich klar war:

Das Problem ist oft nicht der Content.


Das Problem ist die fehlende Entscheidung dahinter.


Zu viele Angebote klingen heute nett.

Aber niemand versteht mehr, worum es eigentlich geht.


Zu viele Frauen versuchen, niemanden zu verschrecken.

Und werden dadurch austauschbar.


Genau das haben wir im Content RITT immer wieder gesehen.


Nicht fehlende Canva-Vorlagen.

Nicht fehlende Hooks.

Nicht fehlende Strategien.


Sondern dieses ständige Ausweichen.


Zu weich.

Zu vorsichtig.

Zu viele Worte um den eigentlichen Punkt herum.


Und ehrlich?

Wir kennen das selbst auch.


Deshalb ging es irgendwann nicht mehr nur um Content.


Sondern um die größere Frage:


Wie baut man ein Business, das nicht nur nach außen funktioniert,

sondern auch zum eigenen Leben passt?


Denn viele Frauen, die zu uns kommen, sind nicht planlos.


Sie können viel.

Oft zu viel.


Aber sie hängen irgendwo zwischen:


Kunden.

Content.

Technik.

Familie.

Anspruch.

Perfektionismus.

Und diesem dauernden Gefühl, eigentlich längst weiter sein zu müssen.


Irgendwann wird Selbstständigkeit dann einfach nur ein anderes Hamsterrad.


Nur mit schöneren Farben.


Und genau deshalb wollten wir keinen Raum bauen,

in dem Frauen noch mehr konsumieren.


Sondern einen, in dem sie anfangen, klare Entscheidungen zu treffen.


Für ihr Business.

Für ihre Angebote.

Für ihre Zeit.

Und manchmal auch gegen Dinge, die einfach nicht mehr passen.


Vielleicht funktioniert unsere Zusammenarbeit deshalb so gut.


Weil wir beide ziemlich allergisch auf Online-Business-Nebel reagieren.


Auf schöne Worte ohne Substanz.

Auf Dauer-Motivation ohne Struktur.

Auf Sichtbarkeit ohne Richtung.


Wir mögen echte Räume.


Räume, in denen nicht so getan wird, als wäre Business nur eine Frage der richtigen Morgenroutine.


Und das Spannende ist:


Nichts davon war fertig geplant.


Nicht der Content RITT.

Nicht die Mastermind.

Nicht der Podcast.


Wir haben angefangen.

Beobachtet.

Nachgeschärft.

Wieder verändert.


Und genau daraus ist am Ende etwas entstanden, das größer wurde als die ursprüngliche Idee.


Ein halbes Jahr nach unserem ersten Gespräch standen wir wieder gemeinsam in genau diesem Hotel.


Mitten im Content RITT.


Von dort aus haben wir unseren Abschlusscall gemacht und plötzlich darüber gesprochen, was hier eigentlich gerade entsteht.


In einer Übung ging es um die nächsten Schritte.


Unser sechster Punkt:

Podcast.


Neun Wochen später haben wir die erste Folge aufgenommen.


Nicht perfekt vorbereitet.

Nicht strategisch durchgeplant.


Sondern genauso, wie bisher fast alles entstanden ist:

Aus echten Gesprächen.

Echten Beobachtungen.

Und aus Räumen, in denen Menschen plötzlich wieder

ins Tun kommen.


Hier kannst du die erste Folge hören::


Auch auf Apple Podcasts verfügbar.


Wenn du montags nicht mehr alleine vor dich hinwurschteln willst:



 
 
 

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