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Wenn Unternehmerinnen nicht mehr stark sein müssen

Was letzte Woche in unserem Coworking-Café passiert ist – und warum Räume für Unternehmerinnen heute wichtiger sind denn je


Heute ist Weltfrauentag.


Und ganz ehrlich: Ich habe mich lange gefragt, ob wir so einen Tag überhaupt brauchen.

Wanderstein mit der Aufschrift Weltfrauentag – Symbol für Frauen, Gemeinschaft und Unterstützung
Ein Stein vom Weg. Eine Erinnerung.

Heute Morgen hat mir mein Mann gratuliert – und mein erster Gedanke war:

Warum eigentlich?


Sollte es nicht selbstverständlich sein, dass Frauen und Männer gleichberechtigt sind?Brauchen wir wirklich einen Tag, der uns daran erinnert?


Ein Teil von mir hat immer gedacht, dass solche Tage uns eher wieder auf ein Podest stellen.

Dass wir dadurch vielleicht sogar wieder ein Stück weit getrennt werden, statt einfach selbstverständlich gleichberechtigt zu sein.


Doch heute habe ich ein wenig darüber gelesen und gemerkt:

Der Weltfrauentag ist eigentlich viel mehr als nur ein Datum im Kalender.


Er erinnert uns daran, dass viele Dinge, die selbstverständlich sein sollten, es leider immer noch nicht sind.


Gleiche Bezahlung.

Schutz vor Gewalt.

Faire Chancen im Berufsleben.


Themen, bei denen man denken könnte: Das müsste doch längst selbstverständlich sein.

Und doch sind Frauen weltweit immer noch mit Diskriminierung, Ungleichheit und Gewalt konfrontiert.


Der Weltfrauentag erinnert uns daran, dass echte Gleichberechtigung nicht einfach von alleine entsteht.


Sie braucht Aufmerksamkeit.

Sie braucht Menschen, die hinschauen.

Und sie braucht uns alle.


Besonders berührt hat mich heute ein Gedanke, den ich in einem Artikel gelesen habe:

Dass Fürsorge keine Randnotiz ist – sondern eine Kraft, die Veränderung möglich macht.

Emotionale Unterstützung.

Zuhören.

Schutz.

Solidarität.


All diese Dinge gehören zu dem, was wir oft als Care-Arbeit bezeichnen.


Arbeit, die unsere Gesellschaft trägt – und die trotzdem häufig unsichtbar bleibt.


Und genau in diesem Moment musste ich an etwas denken, das letzte Woche in unserem Coworking-Café passiert ist.


Denn dort habe ich wieder einmal erlebt, wie kraftvoll genau diese Form von Unterstützung sein kann.


Warum mir dieses Thema so nahegeht

Vielleicht berührt mich dieses Thema auch deshalb so sehr, weil ich selbst lange gebraucht habe, um zu verstehen, was Frauen – und besonders Unternehmerinnen – wirklich brauchen.


Ich habe über 30 Jahre in einem großen IT-Konzern gearbeitet, viele davon in Führungsrollen.


Strukturen bauen.

Prozesse organisieren.

Menschen führen.


Das war mein Alltag.


Als ich 2020 gegründet habe, dachte ich ehrlich gesagt:


Selbstständigkeit – das wird bestimmt leicht.


Spoiler: war es nicht.


Wie viele andere bin ich erst einmal in verschiedene Rollen hineingerutscht.


Ich habe als Virtuelle Assistentin gearbeitet, Online-Programme begleitet, im Vertrieb gearbeitet, Teams geführt und verschiedenste Business-Modelle von innen gesehen.


Und immer wieder habe ich dabei etwas beobachtet:


Viele Menschen starten mit einer guten Idee – aber sie stehen mit ihrem Business plötzlich ziemlich alleine da.


Allein mit ihren Entscheidungen.

Allein mit ihren Zweifeln.

Allein mit der Frage:


Was ist eigentlich der nächste Schritt?


Genau aus dieser Erfahrung heraus ist mein Coworking-Café entstanden.


Ein Raum für Unternehmerinnen und Solopreneurinnen, die ihr Business aufbauen –und die merken, dass Selbstständigkeit zwar Freiheit bedeutet, aber auch ganz schön einsam sein kann.


Ein Raum, in dem nicht nur Strategien entstehen, sondern auch Verbindung.


Und genau dort ist letzte Woche etwas passiert, das mich bis heute beschäftigt.


Der Herzmoment – die Coworking-Session

Letzte Woche hatten wir im Coworking-Café eine besondere Session.


Wir haben mit einer einfachen Frage begonnen:


„Was versteckst du im Business, weil du glaubst, dass es dort nicht hingehört?“


Zuerst war es still.


Dann hat eine angefangen zu erzählen.


Eine Frau, die ursprünglich Jura studiert hat, viel gereist ist und heute Eltern auf einem ganz anderen Weg begleitet.

Sie sprach über ihre Selbstständigkeit, über ihre Kinder, über eine schwierige Trennung – und darüber, wie herausfordernd es manchmal ist, all das gleichzeitig zu tragen.


Dann erzählte eine andere von ihrem Weg durch verschiedene Länder und Kulturen.

Als Kind war sie oft krank, wurde gemobbt, hat später Medizin studiert – und irgendwann gemerkt, dass dieses System nicht mehr zu ihren eigenen Werten passt.


Eine weitere Frau sprach über Sicherheit und Gesundheit, über ihren Traum und darüber, wie sie nach einer sehr schwierigen beruflichen Erfahrung wieder neu anfangen musste.


Und dann war da noch eine, die gerade mit über fünfzig wieder einen neuen Job bekommen hat.

Sie sagte einen Satz, der mir bis heute im Kopf geblieben ist:

Dass sie genau weiß, dass sie sich selbstständig machen könnte –aber dass sie dann wahrscheinlich ausbrennen würde, weil sie sich so sehr hineinwerfen würde.


Und dass dieses Coworking-Café ihr geholfen hat, wieder Klarheit zu finden.


Eine andere erzählte von einer Krankheit, die sie gezwungen hat, ihr Leben neu zu betrachten.

Von Entscheidungen gegen Systeme, die nicht mehr zu ihren Werten passen.

Von Selbstwert, Sichtbarkeit und der Frage, wie man seinen eigenen Weg findet.


Und während eine nach der anderen sprach, wurde der Raum immer stiller – und gleichzeitig immer voller.


Es wurde gelacht.

Es wurde geweint.

Und es wurde sehr ehrlich.


Ich saß dort, habe zugehört und gemerkt, wie sehr mich das berührt.


Als die Session vorbei war, konnte ich nicht einfach wieder an meinen Rechner gehen.

Ich musste erstmal raus.


Ich bin lange spazieren gegangen, einfach weil ich das alles wirken lassen musste.

Weil mir in diesem Moment wieder einmal klar geworden ist, was für ein Raum dort entstanden ist.


Ein Raum, in dem Frauen nicht nur über Business sprechen.


Sondern über ihr Leben.


Mein eigener Moment der Erkenntnis

Und genau in dieser Woche ist mir noch etwas anderes bewusst geworden.


Ich hatte kurz davor einen Newsletter geschrieben, in dem es viel um Strategie, Business und Struktur ging.


Kurz danach habe ich gesehen, dass sich zwei Frauen aus meinem Leben davon abgemeldet haben.

Frauen, mit denen ich seit vielen Jahren verbunden bin.


Das hat mich mehr getroffen, als ich erwartet hätte.


Mein erster Gedanke war:

Klar, sie sind nicht selbstständig. Vielleicht war das einfach nicht ihr Thema.


Aber je länger ich darüber nachgedacht habe, desto klarer wurde mir:

Ganz so einfach ist es nicht.


Denn auch wenn mein Coworking-Café ein Raum für Unternehmerinnen und Solopreneurinnen ist, geht es im Kern um etwas, das viel größer ist als Business.


Es geht um Verbindung.

Es geht um Halt.

Es geht um echte Räume, in denen Frauen nicht alles mit sich selbst ausmachen müssen.


Unternehmerinnen bringen nicht nur ihr Business mit.

Sie bringen ihr ganzes Leben mit.

Und genau deshalb brauchen sie Räume, in denen beides da sein darf.


Warum Räume wie das Coworking-Café so wichtig sind

Viele Unternehmerinnen arbeiten alleine.


Am Laptop.

Am Küchentisch.

Zwischen Terminen, Familie und all den Dingen, die das Leben sonst noch mit sich bringt.


Selbstständigkeit bedeutet Freiheit –aber sie kann auch sehr einsam sein.


Man trifft Entscheidungen alleine.

Man zweifelt alleine.

Und manchmal sitzt man einfach vor seinem Bildschirm und fragt sich:


Und irgendwann sitzt man da und fragt sich: Wie geht es jetzt weiter?


Genau aus dieser Erfahrung heraus ist unser Coworking-Café entstanden.


Vor einigen Monaten hatte ich den Wunsch, einen Raum zu schaffen, in dem Frauen nicht nur über ihr Business sprechen – sondern tatsächlich gemeinsam arbeiten.


Ganz praktisch.

Ganz konkret.

Drei Arbeitsblöcke.

Jede bringt ihr eigenes Projekt mit.

Der Zoom-Raum bleibt offen.

Dazwischen gibt es bewegte Pausen, einen gemeinsamen Check-in am Anfang und einen Checkout am Ende.


Es klingt simpel – und gleichzeitig passiert dort unglaublich viel.


Denn wenn Frauen zusammenkommen und wirklich an ihren Themen arbeiten, entsteht etwas anderes als in klassischen Programmen.


Es geht nicht um Wissensvermittlung.

Es geht um Unterstützung.

Um Austausch.

Um Verbindung.


Aber auch um etwas, das genauso wichtig ist:

Um Umsetzung.


Im Coworking-Café wird nicht nur geredet.


Hier entstehen Webseiten.

Hier werden Angebote entwickelt.

Hier werden Entscheidungen getroffen.

Und manchmal entsteht genau dort der Mut für den nächsten Schritt.

Nicht, weil jemand eine perfekte Strategie erklärt hat.


Sondern weil plötzlich jemand sagt:


„Du bist damit nicht allein.“


Und genau das ist der Sinn solcher Räume.

Orte zu schaffen, an denen Frauen nicht alles alleine tragen müssen.

Und vielleicht ist genau das der Grund, warum mein Coworking-Café in den letzten Monaten immer weiter gewachsen ist.


Weil Frauen spüren, dass sie dort nicht nur über ihr Business sprechen können –

sondern wirklich gemeinsam daran arbeiten.


 
 
 

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